Sonntag, 08 Oktober 2017 18:00

Mate-Tee in Argentinien: Nicht nur einfach ein Getränk, sondern ein Ritual

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Wenn an einem sonnigen Tag eine Gruppe junger Argentinier in der Hauptstadt Buenos Aires zusammenkommt, kann man gewiss sein, dass mindestens einer der jungen Leute die notwendigen Utensilien dabei hat, um einen Tee zu brauen: den Mate-Tee. In Argentinien gilt das Trinken des Tees als Ritual - ähnlich, wie der Vier-Uhr-Tee bei den Briten. Wer als Fremder in das südamerikanische Land kommt, wird zu jeder Tages- und Nachtzeit auf einen Mate-Tee eingeladen - und geht danach als Freund.

Mate-Tee - mehr als ein Getränk: Ein Ritual in Buenos Aires

Ein "mate", ein ausgehölter Kürbis, ist das Gefäß, aus dem der Argentinier traditionell das Nationalgetränk, den Mate-Tee, zu sich nimmt. Für den Argentinier ist der Tee mehr als nur ein Getränk. "Tomar mate" - was soviel bedeutet wie: einen Mate trinken - ist eine Tradition, ein Ritual. Ein Fremder oder Tourist merkt schnell, dass das Trinken des Mate-Tees mehr ist, als das Aufgießen unfermentierter Blätter des Matestrauchs. Denn Mate trinkt man nicht allein - Mate teilt man gerne mit Freunden und Familie.

Die Utensilien: Mate, Yerba & Bombilla

Um einen Mate herzustellen, füllt man das Gefäß (Mate) zur Hälfte mit den zerkleinerten Teeblättern. Anschließend wird der Tee (Yerba Mate) mit heißem Wasser aufgegossen. Dieser erste Mate ist sehr bitter und wird daher nicht getrunken. Der zweite Aufguss wird herumgereicht und jeder saugt mit der "Bombilla" (20 Zentimeter langes Saugrohr) den Mate leer, bevor er erneut aufgegossen wird. Erst nach etwa acht bis zehn Aufgüssen wird der Tee erneuert.

Mate-Trinken ist gesund

Das gemeinsame Mate-Trinken macht nicht nur Spaß, sondern ist auch gesund. Nicht umsonst liegt der Pro-Kopf-Konsum in Argentinien bei 5,5 Kilogramm pro Jahr. Nur die Uruguayer schaffen mehr: 8 Kilogramm des Tees werden dort im Jahr getrunken.

Mate-Tee - Gesunde Tradition in Argentinien

Zaubertrank oder Teufelszeug?

In Buenos Aires erhält man meist den "mate armago". Wem die traditionelle Zubereitung zu stark ist, fügt einfach etwas Zucker hinzu. In den nördlichen Gebieten Argentiniens wird der Tee oft gesüßt getrunken. Egal ob bitter oder süß: der Tee wirkt stärkend und beruhigend zugleich. Auch der spanische Eroberer Pedro de Mendoza, der sich im sechzehnten Jahrhundert durch die „grüne Hölle“ des südamerikanischen Regenwaldes kämpfte, trank den hungerstillenden und nährstoffreichen Tee, den die indianischen Träger seiner Expedition stets bei sich hatten.

Die Indiovölker des südamerikanischen Konditents sprachen dem Trunk magische Kräfte zu und dachten, seine Wirkungen seien teuflischen Ursprungs. Der Priester Diego de Torres bezeichnete das Getränk vor dem Gericht der Heiligen Inquisition in Lima als "offensichtliche Anregung des Teufels". Das hinderte den Jesuitenorden in der nordargentinischen Provinz Misiones ansässigen Jesuitenorden jedoch nicht daran, den Mate auf Plantagen anzubauen und zu vermarkten. Durch sie fand das Getränk schließlich seinen Weg nach Europa.

Mate-Tee in Europa und Argentinien

Während man hierzulande nur pulverisierten und abgepackten Mate-Tee erhält, ist die Auswahl in Argentinien weit größer. Wer in Buenos Aires unterwegs ist und den Tee erwerben möchte, schaut sich am besten auf den Kunsthandwerkermärkten um. Dort gibt es alles, was man für die traditionelle Zubereitung benötigt: Kalebasse, Saugrohre und natürlich den Tee.

Taragüi ist ein Yerba Mate Produzent, der eine große Auswahl an Mate-Tees anbietet. Wo Sie Ihren Lieblingstee kaufen können, erfahren Sie auf der Homepage des Herstellers.

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Stephan Römer

Stephan Römer ist Betreiber der Webseite www.aixclusive-reisen.de. Neben seiner Tätigkeit als Administrator schreibt er Beiträge für diesen Blog und kümmert sich um die Veröffentlichung der Reiseangebote.

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